Differenzierende Beurteilung bezieht sich auf die Integration von Lernen, Lehren und Bewerten, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler erfüllt werden. Der Fokus liegt auf dem Prozess und Ergebnis. Differenzierende Beurteilung bedeutet eine Abkehr von der objektiven und summativen Bewertungskultur hin zu einer Kultur, die folgende Aspekte fördert:
- die Verantwortung der Schülerinnen und Schüler für ihr eigenes Lernen
- Einsatz von kognitiven Fähigkeiten höherer Ordnung
- Verschiedene Beurteilungsformate
- eine stärkere Konzentration auf die formative Beurteilung und die Weitergabe von Informationen, so dass jede/r Schüler/in seine „nächsten Lernschritte“ kennt
- Fokus auf Lernen und Kompetenzentwicklung
Statt auf Noten liegt der Schwerpunkt auf dem Lernen und auf einer Lernumgebung, in der die Schülerinnen und Schüler eine anspruchsvolle Aufgabe wählen, das Gelernte hinterfragen und neugierig bleiben.
Die Schülerinnen und Schüler sollten viel mehr wissen als nur den Inhalt der Fächer. Sie sollen in der Lage sein, die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in der realen Welt anzuwenden. Ein gutes Abschneiden in einem Wissenstest bedeutet nicht unbedingt, dass die Fähigkeiten erworben worden sind, dieses Wissen anzuwenden.
Eine differenzierende Beurteilung lässt den Schülerinnen und Schülern mehr Freiheit in der Art und Weise, wie sie das Gelernte unter Beweis stellen wollen. Durch die sorgfältige Festlegung der Kriterien für eine gute Leistung bei der differenzierenden Aufgabenstellung können vergleichbare Beurteilungen der Schülerleistungen vorgenommen werden, auch wenn die Schülerleistungen von Schüler/in zu Schüler/in ganz unterschiedlich zum Ausdruck kommen können (z. B. Präsentationen, Poster, Videos, Debatten).